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KOREABOO DETOX
Erschienen im Dittrich Verlag 2024
Das Buch ist ein erzählerischer Essay, der dreißig Jahre einer Annäherung – und deren anschließende kritische Neubewertung – an die koreanische Kultur nachzeichnet. Im Mittelpunkt steht nicht die Hallyu als Popphänomen, sondern der in jedem Kontext wirksame Prozess, durch den der Westen das Fremde idealisiert und dabei seine eigenen Wünsche, Unruhen und sich wandelnden Identitäten spiegelt. Die koreanische Gegenwart ist geprägt von einem uneingeschränkten Fortschrittsglauben in einem Land der begrenzten Ressourcen. Sie mutet geradezu wie ein Brennglas an, durch das man einen Blick in die Zukunft erlangt. Hwang beschreibt pop- und subkulturelle Entwicklungen, die Mechanismen hinter K-Pop, Fankult und Traumfabrik, soziale Verwerfungen, wiederkehrende Muster in der Arbeitswelt und die Opferbereitschaft der Bevölkerung, religiöse Umtriebe, politische Prozesse und Konflikte, gesellschaftliche Verhaltensnormen und Umbrüche, kulinarische Phänomene, sprachliche Besonderheiten – und er enthüllt Paradoxien zwischen Tradition und Fortschritt.

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Zeit der Unschuld
Meine Zeit vor Korea
»Er war sehr aufgedreht und wir hatten sofort eine tolle Unterhaltung über Mode und Trends, Make-up und über das Leben in Italien. Plötzlich sprang er auf. Mit euphorischer Körperspannung steuerte er auf den Kühlschrank zu und ließ verlauten, dass ihm seine Mutter Kimchi aus Korea geschickt habe und wir das unbedingt probieren sollten.«

Zwischen Umbruch und Aufbruch
Das Rufen eines Sehnsuchtortes
»Als sich die Tür des Flugzeuges Anfang September des Jahres 1996 am Kimpo Flughafen öffnete und die schwül-heiße Luft des koreanischen Spätsommers meine Schläfen in einen Schraubstock spannte, spürte ich sofort, dass alles, was jetzt kommen würde, so anders sein würde als das, was ich schon erlebt hatte.«

Die Vertreibung aus dem Paradies
Acht Jahre Aufenthalt
»In einen Plüschpelzmantel gekleidet und mit recht langen Haaren, vielleicht ein Musiker und dem Schauspieler Keanu Reeves nicht unähnlich, bekundete er sturzbetrunken und lauthals, dass er alle Ausländer hasse. Er starrte mich mit glasigen Augen und einem irren Blick an. Mein Entsetzen wurde nur gemildert, weil ich durch Soju bereits leicht sediert war und meine Kumpane, selber peinlich berührt, alles taten, um mich abzulenken.«




